FRANZ VON SALES – FEBRUAR

„Dürre“

„Vor allem verliere nicht den Mut in diesen Zeiten der Trockenheit und Unfruchtbarkeit. Geh ruhig deinen Weg weiter und warte geduldig auf die Rückkehr der Tröstungen.“
Franz von Sales

Schon einmal im ersten Teil der Philothea hat Franz von Sales von der geistlichen Trockenheit geschrieben, wenn das Gebet nicht „schmeckt.“. – Diesmal geht es um mehr als Unlust: wenn diese überwunden ist und man am Ball bleibt, aber dennoch alles leer, ohne Widerhall und einfach irgendwie sinnlos. – „Es werden Zeiten über dich kommen, wo deine Seele einem einsamen, unfruchtbaren und dürren Land gleicht, in dem es keinen Pfad zu Gott gibt, kein Wasser der Gnade, es zu begießen, wo die Trockenheit alles in Wüste verwandelt. Wie beklagenswert ist doch eine Seele in diesem Zustand, besonders wenn dieses Übel heftig auftritt! Dann mag sie sich wohl gleich David Tag und Nacht von Tränen nähren, während der Feind sie mit tausend verführerischen Einflüsterungen zur Verzweiflung bringen will und sie höhnisch fragt: „Du Arme, wo ist denn dein Gott?“ (Ps 42,4).“ – Wir würden das vielleicht Glaubenszweifel nennen, aber Franz von Sales sieht hier mehr den Verlust der Freude am geistlichen Weg und Leben. Er macht dazu mehrere mögliche Gründe aus. Z. B. „Doppelzüngigkeit bei der Beichte und „Bist du von weltlichen Freuden trunken, so ist es kein Wunder, wenn die geistlichen Freuden dich anekeln. „Satte Tauben“, heißt es im Sprichwort, „finden die Kirschen bitter.““ – Es klingt nach erhobenem Zeigefinger, aber was ist damit gemeint? Ganz einfach: Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Und: wir kennen es alle aus zwischenmenschlichen Beziehungen: wenn alles andere „wichtiger“ ist, laufen sie Gefahr zumindest langsam, aber sicher kaputtzugehen. – „Findest du aber nichts Bestimmtes, was diese seelische Dürre verursacht haben mag, dann verliere keine Zeit mit weiterem Forschen im Einzelnen, sondern tu in aller Einfachheit, was ich dir nun sage.“ Und er zählt auf: Demut vor Gott, ihn anrufen und den Beichtvater aufsuchen. Also übersetzt: das Gespräch suchen mit Gott und einem guten Freund (in), mit dem man über so etwas reden kann. Zum Schluss kommt der wichtigste Rat, und der ist wieder typisch für Franz von Sales: „Nach alldem ist aber nichts so nützlich und heilsam zur Zeit der Trockenheit und Dürre, als dass man sich nicht an den Wunsch hängt, davon befreit zu werden. Gewiss darf man es wünschen, aber man darf sich nicht an diesen Wunsch klammern, sondern soll sich einfach und schlicht der liebevollen Vorsehung überlassen.“ … „Kannst du deinem göttlichen Bräutigam nicht saftige Früchte anbieten, so gib ihm gedörrte; ihm gelten sie ebenso viel, wenn nur das Herz, das sie darbringt, völlig entschlossen ist, ihn zu lieben.“ – Liebe ist nie (!) gefühllos, aber gefühlsunabhängig.

Sr. M. Franziska v. Dohlen
Pastoralreferentin